Pflanzen, die oft als haustierfreundlich gelten (es aber nicht sind)
Selbst wenn eine Pflanze als „haustierfreundlich“ beworben wird, kann sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze dennoch schaden. Tatsächlich enthalten mehrere gängige Zimmerpflanzen Giftstoffe oder reizende Substanzen, die Haustiere ernsthaft krank machen können. Im Folgenden besprechen wir sechs Pflanzen, die häufig als sicher für Haushalte mit Haustieren verkauft werden — Polyscias Ming (Ming-Aralie), andere Polyscias-Arten (Aralien), Caryota mitis (Fischschwanzpalme), Radermachera sinica (China-Doll-Pflanze), Picea glauca (Weißfichte) sowie Araucaria-Arten (zum Beispiel die Norfolk-Tanne) — und erklären, warum sie in Wirklichkeit nicht haustierfreundlich sind.
Polyscias Ming (Ming-Aralie)
Die Ming-Aralie (Polyscias fruticosa) ist eine üppige, farnähnliche Zimmerpflanze, die von manchen Anbietern als ungiftig gelistet wird. In Wahrheit sind alle Teile der Ming-Aralie bei Aufnahme giftig. Verlässliche Quellen warnen ausdrücklich, dass „alle Teile dieser Pflanzen für Menschen und Haustiere giftig sind, wenn sie verzehrt werden“.
Polyscias-Arten enthalten Saponine und verwandte Verbindungen, die Mund und Magen-Darm-Trakt reizen. Bei Haustieren kann die Aufnahme zu starkem Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Schwäche führen. Auch der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann Haut- oder Mundreizungen auslösen. So weist die ASPCA darauf hin, dass die toxischen Prinzipien der Polyscias Saponine sind, und nennt klinische Anzeichen wie Erbrechen, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit bei Katzen und Hunden.
Kurz gesagt: Die Ming-Aralie ist trotz anderslautender Kennzeichnung nicht sicher für Haustiere. Handhaben Sie die Pflanze möglichst mit Handschuhen und platzieren Sie sie weit außerhalb der Reichweite von Tieren.
- Symptome: Nach Aufnahme Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall), starkes Speicheln und Schwäche.
- Kontaktwirkungen: Der Saft kann Haut und Mund reizen (Kontaktdermatitis, Entzündung).
Andere Polyscias- (Aralien-)Arten
Die Ming-Aralie ist nur eine von vielen Polyscias- (Aralien-)Pflanzen. Andere Arten und Kultivare — etwa Polyscias guilfoylei („Geranienblatt-Aralie“), Polyscias balfouriana und ähnliche — verhalten sich vergleichbar. Auch sie enthalten Saponine und verwandte Giftstoffe.
Die Symptome entsprechen im Wesentlichen denen der Ming-Aralie: Magen-Darm-Beschwerden sowie mögliche Haut- oder Mundreizungen. Auch wenn einige Haustier-Websites behaupten, „Polyscias seien sicher“, raten maßgebliche Fachquellen zur Vorsicht. Im Zweifel gilt: Behandeln Sie jede Aralie als giftig — Sicherheit geht vor.
- Symptome: Wie bei der Ming-Aralie — Erbrechen, Durchfall und Appetitverlust nach Aufnahme.
- Kontaktwirkungen: Der Saft kann Hautausschläge oder orale Reizungen verursachen (Schwellung von Lippen oder Mund).
Caryota mitis (Fischschwanzpalme)
Die Fischschwanzpalme (Caryota mitis) ist eine beliebte tropische Zimmerpflanze mit markant gezackten Blättern. Sie ist nicht haustierfreundlich. Sowohl die Blätter als auch die Früchte enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen starke Schmerzen verursachen. Bei Haustieren führt das Fressen jeglicher Pflanzenteile dieser Palme in der Regel zu starkem Speicheln, Pfotenreiben am Maul und Bauchschmerzen.
Besonders gefährlich sind die Früchte. Wenn die Pflanze blüht und Beeren bildet, enthalten diese hochkonzentrierte Oxalate und sind eindeutig giftig für Haustiere und Menschen. Ein Tier, das Teile der Fischschwanzpalme frisst, kann erbrechen, das Futter verweigern oder wiederholt mit den Pfoten am Maul kratzen bzw. daran lecken. Die Giftstoffe dieser Palme sind äußerst schmerzhaft (wenn auch nur selten tödlich). Dennoch wird die Fischschwanzpalme von manchen Anbietern weiterhin als „sicher“ eingestuft, nur weil sie meist nicht tödlich ist. Das ist irreführend: Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass Caryota für Haustiere schädlich ist.
- Symptome: Starke Reizung der Mundschleimhaut, vermehrtes Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Tiere reiben häufig das Gesicht aufgrund von Schmerzen im Maul.
- Giftige Pflanzenteile: Alle Teile enthalten Oxalat-Kristalle (insbesondere die Beeren) – der Verzehr der Früchte kann zu intensiven, brennenden Schmerzen führen.
Hinweis zur Exposition: Auch Hautkontakt kann Juckreiz oder Ausschläge verursachen (durch dieselben nadelförmigen Kristalle).
Radermachera sinica (China-Doll-Pflanze)
Die China-Doll-Pflanze (Radermachera sinica) ist ein Strauch mit glänzenden Blättern, der häufig als dekorative Zimmerpflanze verkauft wird. Ihre Giftigkeit für Haustiere wird in den Quellen widersprüchlich bewertet. Einige Händlerlisten (und sogar manche auf der ASPCA basierende Übersichten) geben an, dass Radermachera ungiftig sei. Andere Ratgeber warnen jedoch, sie sei „leicht giftig“.
Bei Aufnahme kommt es überwiegend zu milden Reizungen: Erbrechen, Durchfall, vermehrtes Speicheln oder Appetitlosigkeit. Ein Pflegeleitfaden für Zimmerpflanzen formuliert es sogar eindeutig: „China Doll ist nicht haustiersicher. Sie ist giftig für Katzen, Hunde und andere Haustiere bei Aufnahme“ und nennt Erbrechen, Durchfall und Reizungen als Symptome. In der Praxis verlaufen die meisten Fälle mild. Dennoch gilt aufgrund der widersprüchlichen Berichte: Der sicherste Ansatz ist, diese Pflanze außerhalb der Reichweite von Haustieren zu platzieren.
Wenn ein Haustier an Radermachera kaut, sollte man auf leichte Magen-Darm-Beschwerden oder Mundreizungen achten.
- Symptome: Leichte gastrointestinale Beschwerden (Erbrechen, Durchfall) sowie Unwohlsein im Mundbereich bei Kauen.
Picea glauca (Weißfichte)
Die Weißfichte (Picea glauca), oft als Mini-Weihnachtsbaum verkauft, ist in der Regel nicht chemisch giftig, kann Haustieren jedoch dennoch schaden. Tierärzte berichten, dass das Verschlucken von Fichtennadeln zu Reizungen des Magen-Darm-Trakts führt. Haustiere, die an Kiefern- oder Fichtennadeln knabbern, zeigen häufig Erbrechen (manchmal klar oder gallig), Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und allgemeine Teilnahmslosigkeit.
Die Nadeln sind spitz und harzhaltig, und längeres Kauen kann den Mund oder sogar die Speiseröhre verletzen. In den meisten Fällen sind die Symptome mild und selbstlimitierend, doch bei größerer Aufnahme kann eine Behandlung erforderlich sein. Auch wenn die Weißfichte also nicht im klassischen Sinne „giftig“ ist, kann sie durch das Verschlucken der Nadeln durchaus schädlich sein.
Gehen Sie daher nicht davon aus, dass ein Fichtenzweig sicher ist, nur weil er „natürlich“ ist — er kann dennoch den Magen Ihres Haustiers erheblich reizen.
- Symptome: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Lethargie nach dem Verschlucken von Nadeln.
- Gefahr: Die Nadeln reizen mechanisch Mund und Verdauungstrakt. In größeren Mengen können sie sogar Verstopfungen oder Reflux verursachen.
Araucaria-Arten (z. B. Norfolk-Tanne, Affenbaum)
Zimmerpflanzen aus der Familie der Araucariaceae (wie die Norfolk-Tanne Araucaria heterophylla oder der Affenbaum Araucaria araucana) werden häufig als haustierfreundlich aufgeführt. Erfahrungsberichte aus der Praxis sprechen jedoch für Vorsicht. Die Aufnahme von Araucaria-Blättern kann bei Haustieren leichte bis mäßige Beschwerden verursachen.
Bei Hunden wurden nach dem Verzehr von Araucaria Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Lethargie beobachtet. Katzen zeigten ähnliche Symptome, darunter Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und teilweise sogar Hautreizungen. Die genauen Giftstoffe in Araucarien sind nicht eindeutig definiert, jedoch kann der Pflanzensaft eine Kontaktdermatitis verursachen und die Nadeln können den Mund verletzen.
Da sich die Quellen widersprechen — die ASPCA stuft Araucarien häufig als „sicher“ ein, während Tierärzte durchaus Vergiftungsfälle berichten — ist es am sichersten, von einem gewissen Risiko auszugehen. Halten Sie Araucaria-Bäume und -Farne daher außerhalb der Reichweite von Haustieren. Frisst Ihr Tier dennoch einen Zweig oder herabgefallene Nadeln, beobachten Sie es sorgfältig auf Magen-Darm-Beschwerden oder vermehrtes Speicheln.
- Symptome: Leichte Magen-Darm-Beschwerden — Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Appetitverlust — sowie gelegentlich Lethargie.
- Hinweis: Auch wenn diese Pflanzen offiziell oft als „ungiftig“ bezeichnet werden, kann das Fressen des Blattwerks dennoch Reizungen verursachen und sollte vermieden werden.
Fazit: „Haustierfreundlich“ ist kein absoluter Begriff
In allen oben genannten Fällen ist „haustierfreundlich“ ein relativer Begriff. Selbst Pflanzen, die offiziell als ungiftig gelten, können bei Haustieren Unwohlsein, Reizungen oder Verdauungsstörungen auslösen. Recherchieren Sie daher jede Pflanzenart sorgfältig anhand veterinärmedizinischer oder botanischer Quellen — und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Angaben von Verkäufern.
Knabbert Ihre Katze oder Ihr Hund an einer dieser Pflanzen, achten Sie auf Anzeichen wie Erbrechen, vermehrtes Speicheln oder Lethargie und kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, wenn Sie unsicher sind oder sich Sorgen machen. Letztlich kann keine Pflanze, die Magenbeschwerden oder Hautreizungen verursacht, als wirklich haustierfreundlich gelten. Am sichersten ist es, diese Zimmerpflanzen weit außerhalb der Reichweite neugieriger Pfoten und Schnauzen zu platzieren.